Zum Anfang: Über mich

Sich selbst vorzustellen, ist für einen selbst meistens unglaublich unangenehm und für alle anderen meistens unglaublich langweilig. Es gibt selten mehr als das:

„Hi, ich bin Lisa. Ich in 18 Jahre alt. Ich gehe in Dresden zur Schule und tanze gerne.“

„Ich bin Michael Tölling, 48 Jahre und wohne mit meiner Frau in den Bauernschaften von einem Vorort von München. Wir haben drei Kinder und ich bin Lehrer an einem Gymnasium in München.“

 „Hallo, ich heiße Martin. Ich bin 34 Jahre alt, wohne in Frankfurt und arbeite im Einkauf von der Verpackungs GmbH.“

Was eigentlich niemand spannend findet. Außer vielleicht der Mann, der heimlich in Michael verliebt ist, der Kassierer, der sich fragen muss, ob er Lisa  Alkohol verkaufen darf, oder der amerikanische Spion, der die deutschen Verpackungsstrategien ausspionieren soll.

Niemand sollte sich für Namen interessieren, weil sie nur dafür sorgen, dass wir andern gegenüber voreingenommen sind (und ich sage das ganz egal, ob ich jetzt Kevin, Veronika oder Edith heiße). Das Alter sollte einen auch nur in den wenigsten Fällen interessieren (es sei denn, du bist 40 und sie 8 und du möchtest mehr als nur spielen). Deswegen werde ich mich am Anfang nicht an diesen Daten festhalten, weil jeder das Recht haben sollte, nach seinen Gedanken und Werten beurteilt zu werden und nicht danach wo er wohnt. Auch wenn ich nicht lügen werde.

Abgesehen davon, ist es ziemlich schwer über sich selbst zu sagen, wer man ist und das will ich auch gar nicht.

Was du aber über mich wissen solltest ist, dass ich von Zeit zu Zeit eine schlechte Kommasetzung habe, was mir leid tut, ich aber nicht ändern kann. Ich werde auch meine Sprache nicht immer dem „normalen“ Deutsch anpassen, sondern so schreiben, wie es mir in den Sinn kommt, auch wenn das vielleicht in manchen Artikeln zu Bergen von Anglizismen führen kann, durch die du dich hindurchwühlen musst.

Auch wenn es vielleicht gerade noch so wirkt: Das ist kein Blogtagebuch oder so etwas in der Art. Ich möchte Artikel schreiben, über alles, was mich interessiert. Auf alle Arten, die mich interessieren. Und ich werde mich dabei von meinem Leben inspirieren lassen, was es aber hoffentlich nicht zu einem Blogtagebuch werden lässt. Mal sehen. Regelmäßige Artikel sind wichtig und ich werde mein bestes geben. Neben  der Freude am Schreiben, hoffe ich, dass ich mit der Hilfe des Blogs auch meine Freude am Meinungsaustausch ausleben lassen kann, wofür ich aber natürlich Hilfe brauche. Eure Hilfe.

8 Kommentare zu „Zum Anfang: Über mich

  1. Soo unangenehm finde ich es nicht mich vorzustellen, wenn ich an sowas wie einen Stuhlkreis denke 😉. Aber gar nicht unangenehm finde ich es auf einem Blog, nämlich meinem, wo ich völlig frei bin zu schreiben was ich mag, keinerlei Vorgaben folgen muss.
    Und um ehrlich zu sein finde ich es auch nicht langweilig zuzuhören oder zu lesen, wie sich jemand vorstellt, ganz im Gegenteil. Spannend finde ich durchaus auch, wie die Person heißt. Auch wenn es nicht wichtig ist auf einem Blog. Aber es ist zumindest was Authentisches, das ich greifen kann so als allererstes.

    Die Vorstellung ist eins der ersten Dinge, wenn ich einen neuen Blog entdecke… Dann schaue ich wer ist das, wie stellt sich die Person selbst vor, kann ich erkennen woher sie kommt, ist sie männlich oder weiblich und in welcher Altersklasse muss ich sie mir vorstellen.
    Langweilig finde ich dann vielmehr, wenn jemand sowas schreibt wie: „Ich kann mich nicht selbst beschreiben, seht selbst…“ „Was kann ich schon über mich sagen…?“ usw.
    Ich frage mich dann immer: Wer ist das, dass er/sie nichts über sich sagen kann oder gar möchte und warum? Kennt sie sich selbst so wenig? Möchte sie bewusst anonym bleiben, aber warum? Jedenfalls lese ich im letzten Fall nicht so gerne weiter. Ich möchte, wenn ich mich auf eine Kommunikation einlassen soll, eine echte Person vor mir haben, die zu dem steht was sie schreibt.

    Aber das bin ich und jedem anderen kann es ganz anders gehen.

    Du meinst, einem Namen gegenüber ist man sofort voreingenommen? Nun, es kann Spaß machen einen Erich kennen zu lernen, der locker vom Hocker ist. Oder eine Edith, dies drauf hat mit Worten zu spielen usw.

    Kommunikation ist mir beim Bloggen auch sehr wichtig, Meinungsaustausch, Anregungen. Ich wünsch dir jedenfalls viel Freude mit dem Bloggen und gute Erfahrungen 🙂

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    1. Ich möchte auch gar nicht anonym bleiben, ich hoffe, dass ich dich damit nicht abgeschreckt habe ‚:). Ich definiere mich selbst nur nicht über mein Alter oder meinen Namen. Ich bin. Das reicht mir meistens schon. Meine größte Angst ist auch nicht, dass Menschen mit falsch verstehen oder in Schubladen stecken könnten, sondern, dass ich es selbst mit mir mache. Ich möchte nicht eine von diesen Personen sein, die ein klares Bild von sich haben und sich dann immer daran halten, obwohl sie manchmal eigentlich anders reagieren würden. Ich möchte mich selbst überraschen können und mich immer wieder neu erfinden. Ich bin einfach und nicht irgendwer. Manchmal bin ich so und dann wieder anders und weil ich glaube, dass die meisten Menschen (ich kenne nur sehr wenige Ausnahmen) im Umgang mit unterschiedlichen Menschen unterschiedlich sind – oder sich besser gesagt anders verhalten – bin ich für jeden vermutlich ein bissen anders (und ich glaube auch in der Tat, dass es ein paar Menschen gibt, die ich unglaublich nerve, aber das ist dann nun mal so).

      Ich möchte auch nicht ein Geheimnis aus mir machen und ich glaube, dass allein durch meine Themenauswahl schon ziemlich deutlich wird, welches Geschlecht ich habe und wie alt ich ungefähr bin, hoffe ich, dass du es mir nicht allzu übel nimmst (ein bisschen ist okay, weil ich selbst auch immer zuerst die Vorstellung lese (und das auch gerne tue, auch wenn es mir dabei mehr um den Ton als die Informationen geht)).

      Danke für deinen lieben, langen Kommentar und die guten Wünsche! Diese kann ich natürlich nur zurück geben.

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      1. Liebe Malie,

        du siehst ich halte dich für weiblich 🙂

        Ich freu mich, dass du geantwortet hast und das sehr differenziert 👍 Danach gibt es überhaupt nichts, was ich dir übel nehmen wollte oder könnte.

        Hm, nein, ich hatte bei dir auch nicht unbedingt den Eindruck, dass du anonym bleiben möchtest, aber ich glaub ich hab mich bei deiner Art Vorstellung verleiten lassen mich zu erinnern an andere Vorstellungen, wo die Blogbetreiber dann – wenn ich nachfragte wen ich vor mir habe – betonten, dass sie anonym bleiben möchten und ihnen das sehr wichtig ist, was mich ein bisschen geärgert hat. Und mich aus irgendeinem Grund kratzt und ich weiß (noch) nicht genau warum.
        Also ich meinte damit nicht unbedingt dich persönlich, obwohl es sich wahrscheinlich so liest.

        Vom Alter her würde ich dich auf jeden Fall in dem Bereich sehen, in dem man Mutter sein kann, das ist also eine relativ große Spanne. Aber in dieser würde ich dich eher im 3. Viertel sehen.

        Wenn du sagst „Ich definiere mich selbst nur nicht über mein Alter oder meinen Namen. Ich bin. Das reicht mir meistens schon.“ – dann finde ich das ziemlich stark. Danke für die ehrliche Antwort.
        Dennoch befürchtest du, dass du dich selbst in Schubladen stecken könntest oder in solchen verharren und möchtest genau das vermeiden, verstehe ich das richtig?

        Das ist eine ziemlich interessante, tiefsinnige Aussage: „Ich möchte mich selbst überraschen können und mich immer wieder neu erfinden.“ Das ist toll. Und inspirierend.

        Ja, ich bin überzeugt davon, dass jeder mit unterschiedlichen Menschen unterschiedlich ist. Jedes Gegenüber holt etwas anderes aus uns heraus oder lässt und anders reagieren und so fühlen wir uns auch mit unterschiedlichen Menschen jeweils ganz anders. Aus diesem Grund glaube ich auch, dass jede Beziehung zwischen zwei Menschen sehr individuell ist und nicht vergleichbar mit einer anderen.

        Nun denn, ich denke wir lesen uns… 😉

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      2. Liebe Marion,

        Es freut mich, dass dich meine Gedanken zum nachdenken anregen :).

        „dass jede Beziehung zwischen zwei Menschen sehr individuell ist und nicht vergleichbar mit einer anderen“ ist ein starker Gedanke, den mag ich.

        Ich habe in der Tat, rückblickend das Gefühl, dass ich mich in der Vergangenheit zu sehr in Schubladen habe stecken lassen, was mir nicht gut tat. Ein Glück, dass ich da mittlerweile raus bin, auch wenn es manchmal immer noch schwer sein kann, vor anderen zu seinen eigenen Gefühlen zu stehen.

        Ich nehme dir dein Kommentar keinesfalls persönlich. Im Gegenteil, ich bedanke mich für deine Ehrlichkeit, weil sie in einem interessanten Gespräch gemündet hat :).

        Ich denke, wir lesen uns ;)..

        Deine Malie 🙂

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      3. Ja, das ist fein. Ein interessanter Austausch ist entstanden, in dem wir beide ehrlich waren und Berührung entstehen lassen konnte. Danke dir ganz herzlich, auch für dein Lob ❣

        Das mit den Schubladen kenne ich. Aber ich fühle mich nicht so selbstbewusst davon zu sprechen mich immer wieder neu erfinden zu wollen wie du, obwohl auf eine Weise in meinem Leben mehr Veränderung passiert als mir manchmal lieb ist, einerseits. Andererseits bringt mich das weiter, das schätze ich. Die Erfahrung, tief in festgezimmerten Schubladen festzustecken und sich daraus befreien zu müssen, war für mich prägend und ich musste vieles für mich neu erdenken. Das Geprägte taugte nicht als Vorlage.

        Ja, manchmal ist es schwierig ehrlich zu sein, vor allem wenn man kein Verständnis zu erwarten hat, sondern bestimmte Erwartungen in der Luft liegen.

        Bis demnächst, hier oder dort 💐

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  2. Du bist wirklich erfrischend anders. Nicht nur in dem wie du schreibst, auch in deiner Gedankenauswahl. Muss ich natürlich weiter verfolgen. Robert, erleichtert die Ansprache.

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